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Freitag, 7. März 2008

Das „Green World“-Projekt in Kenia

Kenia ist wohl eines der besten Beispiele für das von Bayer entwickelte Food Chain Partnership-Konzept. Die Landwirtschaft ist eine der wichtigsten Einkommensquellen des Landes. Etwa 5 Millionen Klein- und Kleinstbauern und ihre Familien leben von der Erzeugung der wichtigsten Exportkulturen Kaffee, Tee und Blumen. In den vergangenen Jahren haben auch Gemüse wie Bohnen, Zuckererbsen oder Maiskolben sowie Bananen, Ananas, Kokosnüsse und andere exotische Früchte zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Das Food Chain Partnership-Konzept von Bayer CropScience
„Gemeinsam sicheres Obst und Gemüse erzeugen

80 % der Beschäftigten arbeiten in der Landwirtschaft, auf die 2005 etwas mehr als 57 % des Volkseinkommens entfiel. Aber nur 20 % der Fläche von knapp 600.000 Quadratkilometern ist für die landwirtschaftliche Nutzung geeignet. Die landwirtschaftliche Sozialstruktur ist charakterisiert durch Klein- und Kleinstbauern sowie einige wenige Großbauern mit umfangreichem Landbesitz. Gerade bei den Kleinstbauern fehlt es am meisten an Wissen, und gerade hier sind die logistischen Probleme am größten. Vor diesem Hintergrund und angesichts der steigenden Anforderungen, die in den wichtigsten Exportmärkten in Europa an die Sicherheit der Lebensmittel gestellt werden, kommt der Entwicklung von Schulungsprogrammen und der Vermittlung von Kenntnissen über den Anbau von Obst und Gemüse eine ganz besondere Bedeutung zu. Damit begegnet Bayer CropScience dem Risiko, das die Verwendung nicht zugelassener Substanzen aus zweifelhaften Quellen für den Menschen und die landwirtschaftliche Produktion bedeuten kann. Immer mehr gefälschte Wirkstoffe finden ihren Weg auf den kenianischen Markt, häufig mit nicht zu kontrollierenden Konsequenzen. Um diesen Prozess zu vermeiden und einen besseren Schutz der Umwelt und der Gesundheit von Menschen und Pflanzen zu gewährleisten, rief Bayer im Sommer 2006 das „Green World“-Projekt ins Leben. „Unser Ziel war es, nicht die großen Landbesitzer anzusprechen, sondern da zu beginnen, wo es am meisten an Wissen fehlt. Im Rahmen einer guten landwirtschaftlichen Praxis wollten wir unseren Dialog mit den Kleinbauern intensivieren“, betonten Hans Joachim Wegfahrt, Geschäftsführer der Bayer Ostafrika Ltd., und Dr. Ulrich Zillekens, Global Food Chain Manager bei Bayer CropScience, in einem Gespräch mit der Zeitschrift Fruchthandel. Hans Joachim Wegfahrt leitet das Projekt vor Ort. Um die Nachhaltigkeit dieses Projekts sicherzustellen, mussten zuerst wichtige Strategien festgelegt werden.

Bayer CropScience wollte die beste Möglichkeit finden, um die Klein- und Kleinstbauern in das Projekt einzubeziehen. „Es erschien uns am vernünftigsten, da anzufangen, wo die Kleinbauern ihre Dünger und Pflanzenschutzmittel kaufen.“ Das „Green World“-Projekt richtet sich daher speziell an die kleineren Händler in den Dörfern. „Diese kleinen Geschäfte haben eine Schlüsselfunktion, wenn es darum geht, dass wichtige Informationen bei den Erzeugern ankommen. Hier kauft man bei jemandem ein, dem man vertraut, und tauscht nebenbei den Dorfklatsch aus“, erläuterte Wegfahrt. Derzeit gibt es etwa 2.000 dieser kleinen Händler in Kenia. Bayer CropScience startete das Projekt zuerst in der Gegend um den Mount Kenya, einem schmalen Gürtel aus fruchtbarem Land, in dem vorzugsweise Gemüse und Mais angebaut wird. Diese Erzeugnisse sind inzwischen hauptsächlich für den Export bestimmt. An der ersten Stufe des Projekts waren dreißig Händler beteiligt.

Wir haben Trainingsprogramme ausgearbeitet, um diesen Händlern das erforderliche Wissen über die richtige Handhabung der von Bayer CropScience entwickelten Dünger und Pflanzenschutzmittel zu vermitteln.“ Überraschend war für die Experten die positive Reaktion auf diese Schulungsmaßnahmen: Sie wurden mit großer Begeisterung und einem noch größeren Wissensdurst angenommen. Neben Informationen über die Wirkstoffe und deren Verwendung standen auch Beratung zur Kultivierung, Informationen über gute landwirtschaftliche Praxis und die Aufstellung von spezifischen Spritzplänen auf dem Programm. Das Unternehmen liefert seine Produkte in praktischen Verpackungen mit Anwendungshinweisen, und die Verpackungen lassen sich anschließend umweltfreundlich entsorgen. Mit diesen Schulungen wurde den meisten Händlern zum ersten Mal Grundwissen über die Methoden der guten landwirtschaftlichen Praxis und den modernen Pflanzenschutz vermittelt, und sie gaben ihr Wissen mit derselben Begeisterung an ihre Kunden weiter. „Auf diese Weise ist es viel einfacher, die Erzeuger zu überzeugen und anzuleiten, als wenn ein Firmenvertreter in das Dorf reist, der ihnen einen Vortrag über komplexe Sachverhalte hält, aber eigentlich nur die Produkte seines Unternehmens verkaufen will“, hob Dr. Zillekens hervor.



Bis zu 3.000 Besucher nahmen jeweils an von Bayer CropScience organisierten Feldtagen teil und konnten umfassende Informationen über die Produkte und ihre Anwendung mit nach Hause nehmen. „Die Begeisterung hat uns selbst überrascht und schafft uns natürlich eine ausgezeichnete Ausgangsbasis“, sagte Wegfahrt. Händler und Erzeuger müssen spüren, dass es sich langfristig auszahlt, wenn man professionell mit den richtigen Produkten arbeitet. „Unser Unternehmen baut eine Brücke zum Verbraucher – wir können das Wissen anbieten, das anderen fehlt.“ Bayer CropScience bezieht auch die Produzenten von Saatgut, die Exporteure und das staatliche Landwirtschaftsministerium in dieses Food Chain Partnership-Projekt ein, um sicherzustellen, dass jede Stufe der Angebotsseite in das Projekt eingeschlossen wird. „So können wir durch unsere Zusammenarbeit dafür sorgen, dass den Verbrauchern sichere und gesunde Obst- und Gemüseprodukte zur Verfügung stehen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass die landwirtschaftlichen Strukturen und die dörflichen Abläufe erhalten bleiben. Nur so ist es möglich, der Entwicklung der Slums in den Städten Einhalt zu gebieten, die Ernährung der Bevölkerung sicherzustellen und ein erfolgreiches Exportgeschäft aufzubauen“, betonte Dr. Zillekens. „Wir bieten innovative Produkte für eine Herangehensweise an den Pflanzenschutz, die sich fundamental von den Techniken unterscheidet, die noch vor zehn Jahren üblich waren“, führte er fort. Bayer CropScience hat Wirkstoffe entwickelt, die nicht mehr gespritzt werden müssen, sondern vom Wurzelwerk der Pflanzen aufgenommen und zur Problemstelle transportiert werden. Dies ist schonender für die Umwelt, die Pflanzen und auch den Menschen. Um den Händlern einen noch größeren Anreiz zur Mitarbeit am „Green World“-Projekt zu geben, wurden 5 Händler zur Fruit Logistica nach Berlin eingeladen, auf der Bayer CropScience das Projekt vorstellte.


Hier berichteten die kenianischen Händler vor einem breiten internationalen Fachpublikum über ihre Erfahrungen und beschrieben die Erfolge, die sie beim „Green World“-Projekt im Rahmen von Food Chain Partnership bereits erzielt haben.
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[ zuletzt geändert: Donnerstag 23. September 2010 ]