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Bayer CropScience Kinderschutz-Programm


Die Rechte von Kindern in der Landwirtschaft schützen



Bayer toleriert keine Kinderarbeit

Kinderarbeit ist in vielen Gesellschaften tief verwurzelt und in der Welt weit verbreitet. Die Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen, UNICEF, schätzt, dass weltweit ca. 158 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren arbeiten (1), das ist eines von sechs Kindern. Vor allem in ärmeren Regionen in Lateinamerika, Afrika und Asien ist es in vielen Familien selbstverständlich, dass Kinder frühzeitig zum Unterhalt beitragen. Auf diese Art werden die Kinder und Jugendlichen jedoch um eine solide Schulbildung gebracht. Das nimmt ihnen bei ihrem späteren beruflichen Werdegang wichtige Chancen und verhindert in einem größeren Kontext gesehen auch die Weiterentwicklung der Gesellschaft.

Zum weltweiten Schutz von Kinderrechten wurde im Jahre 1989 von den Vereinten Nationen (UN) das "Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes" verfasst. Seit dem haben mehr als 190 Staaten dieses Abkommen ratifiziert. Zum Thema Kinderarbeit heißt es dort: "Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes an, vor wirtschaftlicher Ausbeutung geschützt und nicht zu einer Arbeit herangezogen zu werden, die Gefahren mit sich bringen, die Erziehung des Kindes behindern oder die Gesundheit des Kindes oder seine körperliche, geistige, seelische, sittliche oder soziale Entwicklung schädigen könnte" (Art. 32).



Das Programm „Introduction to Basic Technology (IBT)“ richtet sich vor allem an Kinder von der achten bis zur zehnten Klasse in staatlichen Schulen und soll ihnen Fertigkeiten nahe bringen, die sie im täglichen Leben anwenden können.
Child Care Program schafft Alternativen

Bayer, und damit auch Bayer CropScience, bekennen sich klar dazu, die Rechte von Kindern zu achten. Grundlage hierfür ist der Global Compact, der die Abschaffung von Kinderarbeit als eines von zehn Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung formuliert. Bayer gehört zu den Gründungsmitgliedern des Global Compact, einer weltweiten Initiative der Vereinten Nationen (UNO), der mittlerweile über 7.700 Unternehmen aus mehr als 130 Ländern angehören (2).

Aus diesem Bekenntnis folgt eindeutig: Bayer toleriert keine Kinderarbeit. Wirtschaftlicher Erfolg auf Kosten humanitärer Prinzipien ist keine Option für den Konzern. Diesen Anspruch richtet das Unternehmen nicht nur an sich selbst, sondern auch an seine Zulieferer und wendet sich daher im Einflussbereich des Unternehmens aktiv gegen Kinderarbeit. Auch die Position von Bayer zum Thema Menschenrechte stellt dies unmissverständlich und verbindlich klar.

In Indien, einem Land mit einem traditionell hohen Anteil an Kinderarbeit, sind die dezentralen Anbauflächen über hunderte von Farmen mit oft großen Entfernungen verteilt. Kontrollen alleine können deshalb Kinderarbeit auf den Feldern nicht zum Verschwinden bringen. Nur die Beseitigung der eigentlichen Ursachen führt zum Erfolg: Entscheidend für die Aufgabe von systematischer Kinderarbeit ist eine grundlegende Bewusstseinsänderung. Die Kontrollmaßnahmen dienen dann dazu, die Auswirkungen dieses Einstellungswandels zu messen.


Dicht gedrängt sitzen die Jungen und Mädchen und schreiben eifrig die Schriftzeichen in der Landessprache Telugu nach, die Lehrer Raman Janegulu an die Tafel geschrieben hat.


Im Rahmen eines eigens auf die Situation in Indien zugeschnittenen Kinderschutzprogramms (Child Care Program) achtet Bayer CropScience darauf, dass Zulieferer auf den Einsatz von Kinderarbeit verzichten. Das Unternehmen unterstützt darüber hinaus vor Ort aktiv Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche und bietet damit eine Alternative zur Arbeit auf dem Feld. Den Menschen wird schrittweise gezeigt, dass die Felder ohne den Einsatz von Kindern wirtschaftlich bearbeitet werden können und dass Kindern durch einen Schulbesuch eine bessere Zukunft offen steht.





„Learning for Life“-Initiative ebnet den Weg in die Schule

Die „Learning for Life“ Initiative von Bayer CropScience erstreckt sich von der Wiedereingliederung in das reguläre Schulsystem bis hin zu berufsbildenden Maßnahmen:







Gemeinsam mit der indischen Naandi Foundation werden Kindertagesstätten für Kinder im Vorschulalter betrieben, um so älteren Geschwistern den Schulbesuch zu ermöglichen (Early Child Education Centers).
Darüber hinaus gibt es ebenfalls in Kooperation mit der Naandi Foundation Einrichtungen zur Förderung schwächerer Schüler, um diese vor dem Schulabbruch zu bewahren (Academic Learning Centers).






Seit Dezember 2008 bietet das mit zwei erfahrenen Nicht-Regierungsorganisationen durchgeführte Projekt „Introduction to Basic Technology“ in fünf Dörfern im indischen Bundesstaat Karnataka berufsbezogenen Unterricht in den oberen Schulklassen, um die Attraktivität des Schulbesuchs zu erhöhen.






Im Januar 2008 nahm in einem Berufsbildungszentrum bei Hyderabad die Bayer-Ramanaidu Vignana Jyothi School of Agriculture ihre Arbeit auf. In halbjährigen Kursen wird hier jungen Menschen, meist ehemaligen Kinderarbeitern, eine Ausbildung als „Farm Assistant“ ermöglicht.



Insgesamt haben bereits mehr als 3.400 Schüler an einem der Bausteine des „Learning for Life“ Programms teilgenommen.


Zur Überprüfung der Einhaltung „no child labor“-Klausel besuchen Teams in der Saison mehrmals und unangemeldet die Anbauflächen und stellen das Alter der angetroffenen Arbeitskräfte fest.
Wirtschaftliche Anreize für die Farmer

Parallel zu der „Learning for Life Initiative“ geben flankierende Projekte Farmern Anreize, keine Kinder zu beschäftigen. Dazu zählen Kleinkreditangebote, Programme zur Steigerung der Produktivität oder Sondervergütungen. Ein weiterer Baustein sind Maßnahmen, die den Anbauern einen direkten Marktzugang ohne den Umweg über Mittelsmänner erlauben.

Um den Erfolg des breit angelegten ‚Child Care Program’ zu messen und eine kontinuierliche Weiterentwicklung zu fördern, bezieht Bayer CropScience seit 2006 mit dem Beratungsunternehmen Ernst & Young India auch eine unabhängige Kontrollinstanz mit ein.

Dialog mit Interessengruppen

Das Child Care Program wird darüber hinaus von ausgewiesenen Experten aus der Wissenschaft und der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt:






Der CEO der Fair Labor Association, Auret van Heerden






Der Dekan für Sozialwissenschaften der Theologischen Hochschule in Friedensau, Prof. Dr. Horst Friedrich Rolly






Der Landesdirektor Indien der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Stefan Helming






Sozialreferent der Deutschen Botschaft in Neu Delhi, Ulrich Meinecke






Der Director Outreach Sustainable Development, Annapurna Vancheswaran von „The Energy and Research Institute“ (TERI), Indien




Das Advisory Council des Bayer CropScience Child Care Pogram bei seiner Einladung in die Residenz des Deutschen Botschafters Thomas Matussek (8. von links) am 10. Dezember 2010 in Neu Delhi.


Die Aufgabe dieses „Advisory Councils“ ist die strategische Beratung des Programms, beispielsweise zu ethischen Produktionsmethoden in der Saatgut-Zulieferkette oder zur Entwicklung von Bildungsprogrammen in ländlichen Bereichen. Das Gremium tagt nach Bedarf, mindestens jedoch einmal pro Jahr.

Unsere konkreten Aktivitäten

Durch das umfassende Maßnahmenpaket des Bayer CropScience Child Care Program haben wir schließlich erreicht, dass auf unseren Baumwollsaatgut-Anbauflächen keine systematische Kinderarbeit mehr vorkommt.

Wir haben begonnen, unsere Aktivitäten in einem offenen Stakeholder Dialog vorzustellen und international zu diskutieren, beispielsweise auf dem Forum ENVICOM im April 2010 in Stuttgart in Deutschland, auf der 30th „Strategic Management Conference“ in Rom in Italien oder mit der „Associated Chamber of Commerce and Industry of India“ in Neu Delhi im Juli 2010.

Gemeinsam mit der Fair Labor Association (FLA) haben wir im Juli 2010 in Indien mit nationalen und internationalen Nicht-Regierungsorganisationen und anderen Saatgut produzierenden Unternehmen Grenzfälle zum Thema Kinderarbeit diskutiert und unser Child Care Program vorgestellt.

Unter dem Dach von CropLife International haben wir federführend eine am 12. Juni 2009 veröffentlichte Position gegen Kinderarbeit erarbeitet. Hieran waren neben weiteren Unternehmen der Branche auch Nicht-Regierungsorganisationen wie die Fair Labor Association (FLA) und Zwischenstaatliche Organisationen wie die International Labor Organization (ILO) und der United Nations International Children’s Emergency Fund (UNICEF) beteiligt.


Dr. Ulrich Meinecke, Sozialreferent der Deutschen Botschaft in Neu Delhi und Mitglied des Bayer CropScience Child Care Program Advisory Councils, und Dr. D. Ramanaidu, Präsident des Exekutiv Komitees von Vignana Jyothi, anlässlich der fünften Abschlussfeier der Bayer-Ramanaidu Vignana Jyothi School of Agriculture am 11. Juli 2011 im Dorf Tuniki in der Nähe von Hyderabad.

Im 9. Menschenrechtsbericht der Bundesregierung wird unser Programm „als besonders gutes Praxisbeispiel für einen unternehmerischen Beitrag zur Abschaffung der Kinderarbeit angesehen …“.

Am 10. Dezember 2010 hat das Advisory Council das Kinderschutzprogramm beim Deutschen Botschafter in Indien, Thomas Matussek, vorgestellt.

Gemeinsam mit der Richard Ivey School of Business an der University of Western Ontario, Kanada hat Bayer CropScience eine Fallstudie zu diesem Thema erstellt. Darauf basierend wird das Bayer CropScience Child Care Program seit Anfang 2011 an verschiedenen Universitäten als Musterbeispiel für den konsequenten Umgang mit Unternehmenswerten gelehrt.

2007 wurde darüber hinaus damit begonnen, das „Child Care Program“ auch beim Tochterunternehmen Nunhems einzuführen. Nunhems produziert in Indien Gemüsesaatgut. Im Jahre 2009 hat Bayer CropScience dort das systematische Monitoring gestartet. 2010 war der Beginn für die Ausdehnung des Programms auf die Produktion von Hybridreissaatgut in Indien.


Die Ergebnisse des Bayer CropScience Child Care Program bisher:


Learning for Life-Initiative – Schule statt Feld






Kinder, die wieder in die Schule integriert werden konnten: 1.402






Das „Introduction to Basic Technology“-Programm erreichte bis März 2011 1.949 Schüler






108 Studierende haben ebenfalls bis März 2011 ihren Abschluss an der Bayer-Ramanaidu Vignana Jyothi School of Agriculture gemacht.



Schulung von Landwirten - Mehr als 10.000 Landwirte sind im Rahmen des „Target 400 Program“ geschult und betreut worden. Das Ergebnis:






Die Produktivität der Baumwollfarmer konnte signifikant gesteigert werden.






Einsatz moderner Pflanzenschutzmittel bei der Herstellung von Baumwollsamen.






681 Landwirte registrierten sich bis März 2011 für das „Rural Service Center Projekt“ für direkten Marktzugang.



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1 UNICEF - Child protection from violence, exploitation and abuse - Child labour. http://www.unicef.org/protection/index_childlabour.html

2 May 2011 http://www.unglobalcompact.org/HowToParticipate/Business_Participation/index.html
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